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Die Geschichte der Architektur: Villa Bettoni

Das Projekt

Die Villa Bettoni liegt in einem monumentalen Park am Ufer des Gardasees, der durchzogen ist von reizvollen kleinen Tälern, die zwischen Lorbeerhecken und -bäumen eingebettet sind. Zusammen mit der spektakulär perspektivischen Rahmenarchitektur, die sich harmonisch mit dem Palast verbindet, wird die Gesamtanlage zu einem wahren Blickfang.

Diese prachtvolle historische Residenz -die nicht zufällig „das kleine Versailles“ genannt wird- wurde von den sechzehn Brüdern von Gian Domenico Bettoni erbaut, der mit seinem Unternehmen die Zitronen vom Gardasee in ganz Europa vertrieb, und die es auf diesem Wege sogar bis auf den Tisch von Katharina von Russland geschafft haben.

 

Das Ergebnis ist ein herausragendes Beispiel außergewöhnlicher architektonischer Strenge und Zeugnis des Gelehrtentums der lombardischen Aristokratie des achtzehnten Jahrhunderts.

 

Der zentrale Baukörper des Gebäudes erstreckt sich über vier Stockwerke und verfügt über große Treppen, die von einer Balustrade überragt werden, auf der sich mythologische Statuen von Giovanni Battista Locatelli und Francesco Gignaroli befinden.

Die Kunstwerke, die im Inneren der Villa aufbewahrt werden, sind zahlreich. Die Sammlung beherbergt unter anderem Gemälde von Palma il Vecchio, Canaletto, Paolo Veronese, Andrea Celesti und Pitocchetto, um nur einige zu nennen.

Das Gebäude ist über zwei Brücken mit einem großen Garten verbunden, der von dem Florentiner Architekten Amerigo Vincenzo Pierallini entworfen wurde. Bestückt mit Skulpturen von Gian Battista Locatelli beherbergt er außerdem drei herrliche Brunnen, die von Quellen im Inneren des Parks gespeist werden, eine künstliche Grotte sowie zwei wunderschöne Terrassen mit Blick auf den See.

Wo

Gargnano (Italien).

 

Der Architekt

Der Architekt Adriano Cristofoli, eine der herausragenden Persönlichkeiten des Berufsstandes und der Kultur im Verona des achtzehnten Jahrhunderts, war für die ersten Zeichnungen, also gewissermaßen den Entwurf des Palastes maßgeblich federführen, aber es ist sicherlich nicht übertrieben zu sagen, dass tatsächlich wohl der Abt Antonio Marchetti aus Brescia – als dieser 1756 seinem Vorgänger und dem eigentlichen Schöpfer des Baus nachfolgte – dabei mehr als nur ein „Ausführer des Werkes“ war.