
Civita, das sterbende Land. Ein Name, der mehr als ein Beiname ist, und eher eine schwere Bürde zu sein scheint. Aber Civita ist auch das Dorf, das dort stets leuchtet, von der Anhöhe seines Hügels aus, von wo aus es stolz auf das „Valle dei Calanchi“ blickt.
Wir befinden uns in Bagnoregio, in der Provinz Viterbo. Ein Gebiet, das von Touristen und Familien wegen der Schönheit seines Naturgebietes und vor allem wegen der kuriosen Geschichte von Civita besonders geschätzt wird.
Die kleine Stadt etruskischen Ursprungs, die heute als eines der schönsten Orte Italiens gilt, ist in der Tat ein einzigartiger Fall in Italien, und zwar wegen eines sehr ungewöhnlichen Faktors: seiner Isolation. Kontinuierliche Erdrutsche haben die Zufahrtsstraßen im Laufe der Zeit reduziert, und heute ist der einzige Weg, um nach Civita zu gelangen, die Fußgängerbrücke aus Stahlbeton mit einer Länge von etwa 300 Metern zu überqueren, die 1965 erbaut wurde und heute ein fester Bestandteil im Panorama ist.
Um Eintritt zu Civita zu erhalten, müssen Sie ein Ticket kaufen (€ 3,- in der Woche, € 5,- am Wochenende). Der Erlös wird für Erhaltungszwecke verwendet.

Zwischen Geschichte und Kunst
Civita erhebt sich auf einem Hügel von seltenem Wunder zwischen dem Bolsenasee und dem Tibertal. Die vor etwa 2.500 Jahren von den Etruskern gegründete Kleinstadt war schon immer von Erosionsphänomenen geprägt, die im Laufe der Zeit zu einer immer weiter fortschreitenden Verkleinerung der Nutzfläche geführt haben.
Bis heute andauernde Erdrutsche und Bergstürze drohen, das kleine Dorf traurig verschwinden zu lassen. Daher der Beiname „das sterbende Dorf“.
Doch Civita bleibt ein Schatz, den es zu retten gilt, reich an einzigartigen etruskischen und römischen Zeugnissen. Es gibt viele Attraktionen, die es aus historischer und künstlerischer Sicht interessant machen: die kleine etruskische Gräberstätte, die Höhle von San Bonaventura, die wunderschönen mittelalterlichen Häuser, die Renaissance-Paläste.
Es gibt auch die Kirche San Donato, in der sich das wunderbare hölzerne Kruzifix befindet, das die Hauptrolle des wichtigsten Ereignisses des Stadtlebens am Karfreitag spielt, und ein Fresko der Perugino Schule.
Zu den am besten erhaltenen Funden, die die Geschichte des Zentrums geprägt haben, gehört das Tor von Santa Maria, eines der ersten Schönheiten, die bei der Ankunft bewundert werden können und welches einzig übrig gebliebener Eingangspunkt für das Dorf ist. Die Tür ist mit zwei Steinlöwen dekoriert, die zwei Menschenköpfe greifen und die stolze Vergangenheit der ortsansässigen Bevölkerung symbolisieren.
